Sabu, unschuldig zum Tod verurteilt, hat nach dem grausigen Aufenthalt in der Tötungsstation nun sein Zuhause in einem "pointererfahrenen Zuhause" gefunden - ehemalige Leidensgenossen (Tanka und Torke) aus Lanzarote haben ihn sofort aufgenommen !

17.08.2016
Liebe Lucia,

jetzt ist es schon wieder fast zwei Monate her, dass Du mir so nette Geburtstagswünsche geschickt hast. Jetzt erst komme ich dazu, endlich mal danke dafür zu sagen! Ja, ich war in letzter Zeit so dermaßen eingedeckt mit Arbeit, dass ich in der wenigen freien Zeit gar nicht am PC sitzen wollte.
Wie Du vielleicht auf Facebook gesehen hast, habe ich im heurigen Sommer wieder einige gefiederte Pfleglinge gehabt. Diesmal auch einen Mauersegler, den ich fast vier Wochen lang zwangsfüttern musste. Alles sehr zeitintensiv. Außerdem hatte ich noch Igel und Fledermäuse als Patienten.

Aber ich erzähl Dir jetzt mal lieber von meinen lieben Hunden! Torke ist schon recht ruhig geworden und hat auch schon ein paar weiße Haare in seinem Gesicht! Ein Wahnsinn wie die Zeit verfliegt. Torke ist super, super brav! Ich glaube, es gibt keinen besseren Hund. Ich liebe ihn wirklich abgöttisch und ich glaube, er mich auch :-).
Tanka, unser Sorgenkind! Ich habe Dir ja gar nicht erzählt, dass sie im Feber einen massiven Rückschlag mit ihrem Bein hatte. Ganz plötzlich, wirklich aus dem Nichts heraus, bekam sie plötzlich Fieber, ihr operiertes Bein schwoll an, wurde rot und heiß. Ein Keim im Knochen! Ganze 10 Wochen lang mussten wir sie mit Antibiotika behandeln... und das alles nachdem es zu Weihnachten so gut war...ich war wirklich am Verzweifeln. Dank meines Biobauern, bei dem ich mein Getreide einkaufe, erhielt ich jedoch einen super Tipp. CDL- Chlordioxid-Lösung. Eigentlich ein Desinfektionsmittel für Wasser, wird aber in der Alternativmedizin eingesetzt. Klingt sehr nach Scharlatanerie und ich war anfangs sehr skeptisch. Ich hab es bevor ich es Tanka gab, an mir selber probiert. Da ich keine Probleme hatte, bekam Tanka täglich einen Tropfen in Wasser verdünnt. Dann habe ich nach zwei Wochen die Taktik geändert und hab ihr mit diesen verdünnten Tropfen Umschläge am Bein gemacht. Es war sehr beeindruckend. Von da an ging es nämlich wirklich steil bergauf. Sogar meine Tierärzte die davon erst gar nix hielten, machen derzeit Selbstversuche weil sie so  beeindruckt von der Heilung waren. In den Wochen die für mich sehr schwer waren, hatte ich übrigens ein sehr mystisches Erlebnis. Eine Frau hat uns besucht und als wir so beim Kaffee saßen, sprachen wir auch über Tanka´s Beingeschichte. Unsere Hunde sitzen ja immer mit bei Tisch ;-). Plötzlich hat die Frau den linken Ärmel ihres Pullovers hoch gezogen und uns eine große Narbe gezeigt. Ein Bruch und zwei darauf folgende verpfuschte Osteosynthesen hatten dafür gesorgt, dass sie für lange Zeit ihren Arm kaum benutzen konnte. Der Arm ist nicht gerade zusammengewachsen! Jedoch sagte uns die Dame, dass nach langen Behandlungen letztendlich alles gut ausging und sie seit 15 Jahren keine Probleme mehr hat. Ich war wirklich sprachlos! Und von da an WUSSTE ich, dass mit Tanka´s Bein alles in Ordnung kommt. Und so war es auch! Jetzt geht es Tanka wirklich SUPER! Sie ist total fröhlich, spielt, hat keine Schmerzen mehr. Sie rennt wie eine Irre, ist wahnsinnig schnell. Es geht ihr so gut, dass sie  sogar angefangen hat, Hundebetten, Pölster und Decken anzubeissen. Außerdem gräbt sie so gut wie täglich den Garten um.  Ich bin richtig froh, dass sie ein bisschen "schlimm" geworden ist. Tanka ist unsere absolute Prinzessin! Durch ihre ganze Geschichte mit dem Bein, sind wir speziell um sie immer sehr besorgt. Sie ist solch ein liebenswerter Hund und wir haben große Freude an ihr.

Dann fehlt noch unser lieber Tolkin! Obwohl er immer lustigen Schabernack treibt, ist es mir nicht immer zum Lachen! Er hat schon ganz schön was auf Lager und meine Geduld wird manchmal sehr strapaziert. Es gibt im ganzen Haus keine einzige Bettdecke und keinen einzigen Polster mehr, dem nicht mindestens eine Ecke fehlt. Von den vielen, vielen Hundebetten die hier im Haus überall herumliegen rede ich lieber gar nicht. Es ist wirklich alles, alles angebissen! Nicht dass Du glaubst, dass er so unterbeschäftigt wäre. Ich bemühe mich wirklich, ihn gut auszulasten. Müde bekommt man ihn am ehesten wenn man ihn geistig fordert. Da ist es allerdings mit ein paar Übungen nicht getan. Dieser Hund ist wirklich hochintelligent!!! Er lernt rasend schnell, in der Hundeschule beispielsweise durchs reine Zuschauen. Sowas kann man fast nicht glauben, es ist wirklich sehr spektakulär ihm beim Lernen zuzusehen! Jetzt im Herbst werde ich mit ihm das Fährtengehen oder Mantrailing anfangen. Er hat eine irrsinnig gute Nase und liebt es, Sachen zu suchen! Bis dahin üben wir noch das Sitzenbleiben! Eine der schwierigsten Übungen für den lieben Tolkin! Auch er hat sich super eingelebt, in zwei Wochen ist auch er schon ein Jahr bei uns. Er hatte anfangs wirkliche Verdauungsprobleme. Immerwieder Durchfälle, ich denke, es war zum einen Teil der ganze Stress. Andererseits dürften ihm auch einige Enzyme gefehlt haben. Kommt angeblich bei Hunden vor, die einfach zu wenig zu fressen bekamen. Da er ja doch recht dünn war, kann ich mir sowas schon vorstellen. Jedenfalls hab ich ihm Enzyme für die Bauchspeicheldrüse gekauft und siehe da, das Problem hat sich mit diesem Pulver sofort gelegt. Jedoch wollte ich nicht, dass man jedesmal Pulver unter sein Essen mischen muss. Und so haben wir im Dezember alle unsere Hunde auf Rohfleischfütterung umgestellt. Das hat speziell Tolkin wirklich sehr gut getan. Tolkin ist zwar ein sehr anstrengender Hund, aber auch hochsensibel. So ist mir schon mehrmals aufgefallen, dass er wenn ich in einer Ausnahmesituation bin, mich mit riesengroßen Augen anschaut, sich ganz ruhig neben mich setzt und völlig ruhig und brav ist! Er kommt dann um zu trösten. Das erste mal aufgefallen ist mir das, als unser Pony Tommy im Alter von 40 Jahren gestorben ist. Ich war doch sehr traurig, wir hatten ihn sehr, sehr lange! Und kurz nach Ostern ist unser alter Haflinger mit 31 Jahren gestorben. Auch da war er wieder auffallend brav, hat sich an mich geschmiegt und machte keinerlei Unsinn. Ganz brav sein, geht tagsüber immer nur gaaaaanz kurz. Nachts jedoch schläft er  brav und rührt sich nicht. Tankt wohl massenhaft Energie!

Nun ja, alle drei sind sowieso ein Herz und eine Seele. Wenn ich mal nur einen mitnehme und die anderen Zuhause lasse, gibt es unter den Pointern immer ein lebhaftes Wiedersehens-Ritual! Aber das kommt äußerst selten vor, meist hab ich alle drei immer bei mir. Sie sind auch mit den anderen Tieren so brav. Sie jagen zwar hie und da meine Katzen auf Bäume und manchmal muss ich sie ein wenig "bremsen". Die meiste Zeit jedoch lassen sie unsere anderen Tiere total in Ruhe. Ich kann alle drei Pointer zu den Ziegen und Schafen mitnehmen, sie verhalten sich absolut ruhig bei den Hühnern und Enten. Auch unsern blinden Hahn Henry der im Hof von den anderen Hähnen separiert lebt, lassen sie ihn Ruhe. Man muss lediglich aufpassen, dass sie ihn beim Spielen nicht über den Haufen rennen.

Kurzum - ich habe eine Riesenfreude mit meinen drei "Lanzarotis" wie ich sie immer nenne! Für mich sind das wirklich die allerbesten Hunde! Und ich bin überzeugt, dass sie mit uns und den Bedingungen hier auch ganz zufrieden sind ;-)

Liebe Grüße an Euch alle!
Sabine L.
07.09.2015

Liebe Lucia,
Tolkin schläft jetzt schon im Bett, es gefällt ihm hier sicher viel besser! Er hat heute zum Dank auch die Daunendecke angebissen - jetzt haben wir im ganzen Haus die Federn....:-)
Das angegebene Alter von Tolkin (lt. Impfpass 3 Jahre) kann unmöglich stimmen. Er ist wie ein kleines Hundebaby! Er spielt unaufhörlich, ist ständig in Bewegung und ein unglaublich lustiger Hund! Er zwingt uns sogar zur Ordnung, in dem er unsere ganzen Schuhe im Haus und Garten herumträgt und sie irgendwo dann liegen lässt. Wenn ich es rechtzeitig sehe und er den Schuh noch im Maul hat, bringt er ihn mir, wenn ich ihn rufe. Dann lobe ich ihn natürlich sehr und er freut sich riesig. Am Samstag hat er mir sogar meine Jacke gebracht als ich gerade aus dem Haus wollte. Ein echter Gentleman steckt also in ihm.

Ich habe in der letzten Woche so viel gelacht wie schon lange nicht mehr! Er bringt wirklich so viel Fröhlichkeit in unser Haus. Auch Tanka ist schon "angesteckt" von seiner guten Laune. Sie spielt sogar mit ihm und mir scheint es, dass sie seit Tolkins Ankunft nun viel aufgeschlossener ist. Ein bisschen Eifersucht wird dabei wohl auch eine gewisse Rolle spielen. Sie lässt keine Gelegenheit mehr aus, zu kommen wenn ich sie rufe. Das war zuvor nicht immer so. Sie hat es ja doch irgendwie schwer mit ihrem Bein. Ich hoffe, dass dieses Thema bald ganz durch ist und auch sie ganz unbeschwert sein kann.
Tolkin hat aber natürlich auch noch sehr viel Angst. Wenn ich mit Robert und den Hunden alleine im Haus bin, ist er recht sicher. Aber sobald jemand kommt (egal wer), dann ist es mal aus mit seiner Selbstsicherheit. Aber das ist ja kein Wunder, er ist ja erst eine Woche da.

Am Samstag hatte der arme Kerl auch gleich Gelgenheit richtiges Regenwetter kennenzulernen. Das mag er gar nicht! Aber das mag keiner meiner Hunde. Und das war auch der Tag als er mal sein Geschäftchen im Haus gemacht hat. Irgendwie konnte ich es verstehen, es gab wirklich den ganzen Tag keine Lücke ohne intensiven Regen. Aber ich hab ja ein Regenmäntelchen, er wird sich schon daran gewöhnen!
Naja, das war es erst einmal. Wir haben wirklich viel Freude mit ihm! Danke und liebe Grüße von uns allen!
Sabine