16.12.2012

An die liebe Frau Bonk und meine liebe Pflegemami aus Lanzarote,

ich muß euch unbedingt mitteilen, wie es mir in meiner ersten Woche bei meiner neuen Hundemama so ergangen ist. Auf meine Flugpatin konnte ich mich absolut verlassen und auf meine jetzige Hundemama und ihren Sohn auch. Die waren gleich als ich von dem rollenden Wagen runterkam bei mir. So schnell konnte ich gar nicht gucken, hatten die das Gitter aufgemacht, holten mich raus, wechselten meine Klamotten und steckten mich wieder zurück in die Kiste. Was sie dann noch miteinander  redeten, konnte ich nicht ganz verstehen, aber ich landete in einem Auto. Für mich war das o.k., aber meine jetzige Hundemami hat sofort dieses kleine Gitter aufgemacht und ich legte mich auf ihren Schoß. Dort blieb ich, ohne mich zu rühren liegen, bis wir nicht mehr weitergefahren sind. Ich ging lieber mal wieder in diese Box mit Gitter zurück, als wir angehalten haben. Ich dachte, wer weiß, wo ich jetzt hinkomme? Aber dann wurde ich in meiner Box abgestellt und sie haben dieses Gitter weggemacht. Mit einem großen Satz bin ich auf die Couch gehüpft und meine Hundemami hat sich gleich zu mir gesetzt und mich gestreichelt.
   
Dafür habe ich mich mit ganz vielen Küßchen auf ihre Wange und ihre Hände bedankt. Vom ersten Augenblick an, habe ich diese neue Frau, meine jetzige Hundemami, sehr lieb. Irgendwie habe ich das gespürt, daß es bei ihr schön ist. Etwas später nachdem ich von diesen kleinen süßen runden Dingern noch einige bekommen habe, mein Frauchen nennt diese Dinger Hundeschokolade und ich kann euch gar nicht sagen wie besonders lecker diese Dinger sind. Dann hat sie mich wieder angezogen und in die Kälte mitgenommen. Meine Füße wurden kalt, meine Hundemami nennt das Schnee. Auch gut, aber trotzdem ganz schön kalt. Die Zeit draußen hab ich gleich mal zum Pinkeln genutzt, aber ich muß euch sagen, ich habe mich riesig gefreut, als wir zurück in dieses Zimmer mit der gemütlichen Couch gekommen sind. Kaum waren diese Klamotten runter, bin ich in einem Satz auf diese heute noch so sehr geliebte Couch geflitzt. Hier kuschele ich am Liebsten mit meiner neuen Hundemami. Auch die anderen Leute, die manchmal kommen, empfange ich sehr herzlich. Die meisten bringen mir sogar Geschenke mit. Das finde ich prima. Einen Lieblingsball habe ich auch, der ist aus Gummi und da kann ich so schön draufrum kauen. Aber spielen tu ich auch gerne damit, ich bringe es den Menschen dann zurück, wenn sie es wegwerfen, das macht ganz schön Spaß.
   
Die Hunde, die ich bisher kennengelernt habe, waren in Ordnung. Meine Hundemami sagt, daß ich ab nächster Woche stundenweise in die Hundetagestätte gehen werde, dort seien viele Hunde mit denen ich spielen könnte. Ich hoffe, daß die auch alle nett zu mir sind, aber mein Frauchen wird mich ja nicht anlügen. Sie sagt, dort sei es schön und ich würde sogar Freundschaften dort knüpfen. Naja mal sehen, aber gespannt bin ich schon. Mit dem, was sie mir zum Essen gibt, bin ich eigentlich nicht so einverstanden. Ich will ja nicht meckern, aber ich weiß, daß sie selbst bessere Sachen ißt, als ich von ihr bekomme. Sie meint, das sei gesünder für mich, ich denke da hat sie keine Ahnung, aber ich streite mich nicht mit ihr darüber. Ich nehme es halt hin. Dafür darf ich jederzeit ins Bett von meiner Hundemami. Und nachts schlafe ich ganz ganz eng bei ihr und sie streichelt mich, bis ich eingeschlafen bin. Das genieße ich sehr. In mein eigenes, auch sehr gemütliches Hundebettchen, lege ich mich nur, wenn mein Frauchen an ihrem komischen Computer sitzt, wie im Moment gerade. Heute war so ein ganz kleiner Mensch zu Besuch, meine Hundemami sagt, das sei ihr Enkel. Was auch immer das ist, aber ich weiß jetzt schon, den habe ich auch lieb. Er hat mich sogar ganz sanft gestreichelt, "ei" hat er das genannt. Auf jeden Fall möchte ich hier bitte nicht mehr weggehen müssen, es ist soooooooo schön hier und ich genieße so sehr alles was mir begegnet, aber am Liebsten die Kuschelstunden mit meiner Hundemami. Sie sagt, ich sei der liebste Hund der Welt, wahrscheinlich übertreibt sie da, aber Hauptsache, sie hat mich lieb. Ich tue auf jeden Fall jetzt schon alles dafür, daß das so bleibt. Nun noch etwas, was mir ein bißchen peinlich ist: Meine Hundemami hat doch wirklich geglaubt, ich wäre noch nicht "sauber", so nennen das die Menschen, wenn man sein "Geschäft" an ungeeigneten Orten verrichtet. Aber, da hat sie sich in mir getäuscht, ich weiß doch, was sich gehört. Genauso gehe ich nicht auf fremde Couches, das hat mir meine Hundemami verboten und daran halte ich mich auch. Ist ja auch egal, wichtig ist mir, daß sie mich mitnimmt und ich bei ihr sein kann. Ich bin sooo glücklich. Und das habe ich vielen lieben Menschen zu verdanken, daß ich das alles erleben darf und nicht in der Tötungsstation auf Lanzarote bleiben mußte. Ganz besonders danke ich meiner lieben Pflegemami auf Lanzarote. Ich weiß, daß du dich um so viele Hunde kümmern mußt, aber du hast mir wieder Hoffnung geben können liebe Pflegemami, ich schicke dir ganz viele Küßchen und ich werde mich immer mal wieder melden und mitteilen, wie es mir so geht.
In tiefer Liebe und Treue
Euer dankbarer Raffi