18.01.2017
Nachruf auf SCHOKI ( 7/2004-1.1.2017)
Alias „Mein kleiner Mann“, „Ratte:-)“, „meine kleine Mau-haus“, „Schoki-Maus“, „Zwergi“
Er kam zu uns, weil mich Im September 2006 im Internet ein Notruf einer Tierschutzorganisation aus Ibiza, die mit vielen  Tierschutz- Foren verlinkt war,  erreichte, nachdem ich bereits 2 Hunde aus Lanzarote  zu mir genommen hatte: „ ASIM ist in Not und sucht einen Platz!“ Von nicht Podenco-Zwingergenossen gemobbt und gebissen, war er ein Häufchen Elend, hatte sich selbst aufgegeben und war am Verhungern.  Ich meldete mich als  Notquartier- immer noch  tagsüber arbeitend und mit Pferden  und anderen Hunden  „ gut befüllt“.
Seine Reise nach Österreich erfolgte mit h´Hilfe einer Tierschützerin,  die  Schoki am Münchner Flughafen entgegen nahm und über Nacht einquartierte, einer weiteren, die ihn von München nach Oberösterreich brachte, wo ich ihn am 30. Oktober am Parkplatz Mondsee übernahm. Er war am verschmutzt von Exkrementen  und  mit aus Angst Erbrochenem, als wir ihn auf die Ladefläche unseres PKWs setzten. Nach langer Fahrt bei uns angekommen  ließen wir  das verängstigte Tier mithilfe des  kleinsten  vorhandenen  Brustgeschirrs im Innenhof frei. Er lief in Panik davon-um die Ecke- zum ungesicherten Wehr -und fiel ins eiskalte Wasser. Ich half ihm wieder heraus, nicht ohne selbst unterzutauchen.  In der warmen Küche  wuschen wir den zitternden Hund  in einer Kinderbadewanne und rubbelten  ihn anschließend  trocken.
Seine erste Nacht bei uns verbrachte er zwar im Obergeschoss, wie alle unsere geretteten Seelen, aber nicht in,  sondern unter einem Körbchen!!!
   
Die Tage danach versuchten wir ihn zu füttern, ohne dass er in Panik vor der Schüssel und Artgenossen floh-alle mussten  den  Raum verlassen, ehe er sich zum Futter traute.
Mittels Brustgeschirr und Leine zeigten wir ihm langsam das gesamte Terrain und er  fühlte sich draußen zusehends wohler,  sodass er bald freilaufen durfte. Aber er bellte nicht. Sandra begann Hundegebell zu imitieren und nach 3 Monaten  war sein erster Laut zu hören und von da ab ständig. Dieses  Eis war gebrochen. Nicht das im Haus.  Er traute sich durch keine Tür, ging nur im Schutz unserer Halbwölfin „Dusty“, die von Anbeginn an seine Beschützerin und mentale Stütze wurde. Er verkroch sich ständig unter einem Tisch und wagte sich erst als letzter zu seiner Schüssel. Als Sandra wegen einer Knöchel-OP ein Gipsbein  trug und einige Wochen stationär zu Hause verbrachte, begann Schoki Vertrauen zu einem Menschen aufzubauen, vor allem zu Sandra, die statisch bei Tisch  saß; Er begann daneben seine Schüssel leer zu fressen .
Mit den Jahren lief er immer frecher zwischen seinen Podenco- , später auch Galgo- Genossen, herum, verbellte sie und schlief auf allen Körbchen, auch gemeinsam mit anderen Hunden, und sogar auf den Menschenbetten. Er lernte sich  zwischen  seinen Artgenossen und seinen inzwischen vertrauten  Menschen zu entspannen, genoss im Gras liegend die Sommersonne, spielte  Zerr- und Reißspiele mit seinen  Kumpanen und den  Pulloverärmeln der Kinder und verschlang gierig Hauptmahlzeiten und Zwischendurch-Leckerlis.
 2016 war das Jahr der Wende seiner Wohlbefindlichkeit. Ein später linksseitiger Hodenabstieg ( trotz Kastration vor Abgabe!!!) im Frühjahr und  Arthrosen seiner Zehengelenke hinderten seinen normalen Bewegungsablauf. Er erhielt täglich zur Schmerzlinderung  Antiphlogistika.  Ende September entdeckten wir, dass seine  Nase etwas höher aufragte und der Gaumen des Oberkiefer s immer mehr freigelegt wurde: ein  Knochentumor  war entstanden. Schokis  Organwerte waren in der Norm, seine  Lebenslust erhalten, doch der langsam aber stetig wachsende Tumor  veranlasste  immer wieder Blutungen an der Schleimhaut des Oberkiefers. Wir stellten ihn komplett auf Weichfutter um. 
Als ob er wusste, dass seine  Zeit bei uns dem Ende zuging, genoss er die letzten Tage, legte sich beim herbstlichen Morgenspaziergang ins Gras und  blinzelte der Sonne entgegen, verbellte  jeden vorbeikommenden  Radfahrer und lief ihm neben dem Zaun hinterher, so gut es noch ging. Er spielte mit mir fangen, sooft wir auf die Wiese gingen und  verbellte  mich frech. Abends legte er sich bisweilen zu mir aufs Bett und wollte gestreichelt werden, was er all die Jahre noch nie getan hatte,  war ich für ihn stets der „Oberhund“, der  auch manchmal Pillen in ihn hineinzwängte und eine Kanüle in seine Venen steckte.
Schokis Oberkiefer wurde immer größer, die  Zähne waren bereits weit auseinander gedrängt worden, es begannen  Atemnot und Nasenausfluss, zeitweise  gingivales  Bluten. Ende 2016 war das Bluten aus dem Oberkiefer kaum mehr zu beenden.  Am Vormittag  des 1.1.20217 entschied ich mich entgegen meinen Empfindungen dafür, das Leiden dieses kleinen  liebegewonnenen Familienmitglieds zu beenden.
Seine  Menschen- und Hunde-Familie war um ihn, als er seine letzte Reise antrat. Sandra streichelte ihn, Astrid assistierte mir. Er fühlte, dass wir etwas vorhatten, war aber nicht ängstlicher, als wenn er ein Mäntelchen übergezogen bekam oder  seine Pfoten abgewischt wurden. Er wirkte eher sehr müde. Seine  Augen hatten bereits vor Monaten den Glanz verloren, sein Kopf war seit kurzem von vielen weißen Haaren bedeckt.
Sein Herz schlug noch lange als  er nach der Thiopental- Injektion bereits im Traumland weilte. Erst nach der intracardialen Gabe von T61 hörte sein tapferes Kämpferherz zu schlagen auf.
Er ruht nun bei seinen Kameraden in unserem Garten.
Wir alle lieben  Dich für immer- kleine  Schoki-Maus!!!
Und wir sehen einander wieder!