Golfo und Freddy in der Tötungsstation auf Lanzarote - die Situation erschien aussichtslos, aber ....
     
Mit diesem Brief möchte ich allen Mut machen, einem Hund der ein Aussenseiter ist, beizustehen.
Mit Geduld, Liebe und Aufmerksamkeit kriegt man vieles von selbst in den Griff. Ich wünsche mir,
dass es immer wieder Menschen gibt, die solchen Hunden helfen. Es kommt ein unendlicher Dank retour.
Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.




 An Golfo (jetzt Roco)
Auch bei dir, ROCO, ist deine Vorgeschichte traurig, denn du hast zwei Mal den harten Gang in eine Tötungsstation machen müssen, weil du immer wieder in falsche Hände kamst. Als aggressiv auf Rüden wurdest du eingestuft. Als ich dich im Internet sah, ging auch ich immer wieder an dir vorbei, aus Angst meine anderen Hunde könnten verbissen werden.

Doch plötzlich bekamst du unerwartet das Todesurteil. Dein Schutzengel Margarethe konnte nicht mehr bei den Behörden um Verlängerung bitten. Es war ihnen egal. Lange habe ich aufgewartet, niemand meldete sich. Stunde, Tage verstrichen, niemand. Von so vielen Besuchern der schön gestalteten Internetseite meldete sich keine einzige Seele um Roco zu retten. Durch Zufall
wurde ich von Bice Musfeld angefragt und entschied mich gleich, Roco bei mir vorübergehend als Pflegehund aufzunehmen, bis sich für immer jemand melden würde.
Der Tag unserer ersten Begegnung rückte näher. Gedanken von Respekt und etwas Zurückhaltung schauderten über mich. Wie es wohl geht mit den anderen beiden Hunden zusammen?
Aber schon am Flughafen hast du alle Leute freundlichst begrüsst. Voller Hoffnung warst du! Raus aus der 4-6m2 kleinem Raum, wo du über ein Jahr eingesperrt warst. Was jetzt wohl kommen mag? Bei mir Zuhause ging es gleich in die Badewanne. Du hast es unheimlich genossen, eingecremt und mit Essen umsorgt zu werden.  Ich habe viel mit dir geredet, aufmerksam hörtest du mir zu. Und schwups nahmst du einen Sprung und hast mich überfallen.
Du hattest für eine kurze Zeit die Zeit angehalten. Ich lag in deinen Armen wie ein Mensch. Mit deiner Mimik hast du mich angestarrt und mit voller Hingabe mein Gesicht geleckt. Auf ganz spezielle Art hast du mir mitgeteilt, wie unendlich dankbar und überglücklich du bist, dass endlich wieder jemand mit dir redet, dich pflegt und in die Arme nimmt. Ich habe so was noch
 nie erlebt, bei einem Hund. Im Rudel hatte Roco sich nach anfänglichem Rangordnungsproblem gut gezeigt. Die Angst vor vielem verschwand.
Mit viel Liebe, Aufmerksamkeit und Lob hat Roco praktisch keine Aggressivität mehr.
Du kommst sehr gerne mit zum Reiten, spielst und tollst mit deinem Kumpel (D.Schäfer) unheimlich lange und liebst es immer, jeden Tag wenn du von mir geknuddelt wirst. Wandern und Aufenthalte im Wasser gehören auch bei dir zur Beschäftigung. Da mein Herz es nicht zulassen konnte, dich nochmals in eine andere Umgebung umzuplatzieren, übernahm ich dich fix. Dein Paradies darfst du leben, bis dich der Himmel holt. Ich freue mich mit dir, dich durch die restlichen Jahre begleiten zu dürfen.
Roco ich habe dich sehr lieb. Dein Schatz Barbara.

Gedanken an Freddy

Im Internet habe ich dich oft bewundert und mit hoffnungsvollem Blick gewartet bis du endlich als „Reserviert“ erscheinst auf der Homepage. Deine Ausstrahlung war mir gleich aufgefallen. Doch es verstrichen Monate um Monate, alle anderen konnten in ihr neues Glück fliegen. Doch du wurdest trotz deiner liebevollen Ausstrahlung überflogen. Man ging an dir vorbei.
Eines Tages habe ich mich dann entschieden , dich zu mir in Pflege zu nehmen. Als ich dich in Kloten am Flughafen aus der Box nehmen wollte, bist du dagesessen wie ein Opa. Du warst hoffnungsvoll; was wohl jetzt weiter geschieht, werde ich nun wieder hin und her geschoben? Mit einem Schwanzwedeln hast du mich begrüsst, warst aber müde von der langen Reise.
Zuhause angekommen, durftest du Wärme und Geborgenheit erfahren. Langsam lernten wir uns kennen. Gerne sitzt du bei mir und freust dich liebkost zu werden. Durch die langen Spaziergänge hast du inzwischen auch an Gewicht verloren. Ich habe dich so sehr in mein Herz eingeschlossen, dass ich mich dann entschied, dich für immer bei mir zu lassen. Denn in der Zeit der Pflegestelle hat sich auch dann niemand für dich interessiert. Dabei verpasst man richtig was, wenn man dich nicht beobachten kann oder mit dir spielt. Deine Art und Weise, die Mimik erinnert mich an junge Hunde. Liebe Freddy, jeden Tag
freue ich mich dich in meine Arme zu nehme. Du darfst es geniessen bei mir, bis dein Herz aufhört zu schlagen.
Ich habe dich sehr lieb. Dein Schatz Barbara